Lackpflege...
Der Lack ist die Visitenkarte eines Autos. Soll es auch in fortgeschrittenem Alter sein glänzendes Äußeres behalten, ist der Griff zu Wachs und Politur unausweichlich, und mit der Pflege wird am besten schon am fast neuen Wagen begonnen.
Dabei ist ein neues Auto mit frischem Lack empfindlich. «Der Lack an einem Neuwagen ist noch nicht ausgehärtet, er kann zum Beispiel durch die Bürsten einer Waschanlage in Mitleidenschaft gezogen werden», warnt Mirko Albrecht vom Autoaufbereiter Albrecht & Grimm in Leipzig und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Fahrzeugaufbereitung in Berlin. «Bis ein Lack wirklich ausgehärtet ist, kann es ein dreiviertel bis ein Jahr dauern.»
Um die empfindlichen Farbschichten zu schützen, empfiehlt Albrecht die Versiegelung des gereinigten Fahrzeuges mit Hartwachs. «Dazu trägt man das Wachs mit einem Schwamm auf.» Nach dem Trocknen des flüssigen Wachses werden Reste mit einem weichen Lappen abgewischt.
Auch wenn der Wagen nicht mehr ganz neu ist, sollte der Lack regelmäßig eine solche Hartwachsschicht erhalten. Damit sie möglichst lange hält, sollte in der Waschanlage nicht immer die komplette Schaumwäsche gewählt werden, rät Peter Anhalt, Inhaber der Firma Anhalt Lackiertechnik in Hannoversch Münden in Niedersachsen. «Man kann es mit der Handcreme vergleichen - wäscht man sich die eingecremten Hände mit Seife, ist der Schutz wieder weg.» Laut Albrecht kann eine Wachsschicht etwa ein halbes Jahr lang halten. Sie sollte einmal vor dem Winter und einmal danach aufgetragen werden.
Das verbreitete Vorurteil, dass Metallic-Lacke empfindlicher sind, sei falsch, heißt es beim Lackhersteller BASF-Coatings in Münster. Metallic-Lack verfüge zum Teil sogar über eine Schutzschicht mehr als herkömmliche Farben: den Klarlack. Uni-Farben hätten lange Zeit ohne den Zusatzschutz auskommen müssen, erklärt Michael Golek, Sprecher von BASF-Coatings. Heute bekämen jedoch auch die meisten Nicht-Metallic-Töne den klaren Schutzlack.
Trotzdem wird auch der Klarlack mit der Zeit unansehnlich, vor allem durch alltägliche Verschmutzungen wie Vogelkot oder Baumharz. Problematisch kann es laut BASF-Coatings werden, wenn der Schmutz im Sommer länger auf dem Lack bleibt, durch Regen aufweicht, dann trocknet und schließlich auskristallisiert: Die Kristallmuster können sich im stark aufgeheizten Lack abbilden und sind dann als matte Stellen zu sehen. «Entfernt werden die Verschmutzungen am besten mit einem weichen Tuch, das mit viel Wasser getränkt ist.
Steht dann irgendwann eine komplette Politur des Wagens an, ist Handarbeit der beste Weg - auch wenn der Laie kaum ein perfektes Ergebnis erzielen wird. Trotzdem dürfte die Methode immer noch besser sein als der Einsatz von Maschinen in nicht fachkundiger Hand. «Bei Poliermaschinen muss man sehr auf die Umdrehungszahl achten», warnt Peter Anhalt. «Sie dürfen nicht zu viele Umdrehungen haben, sonst wird der Lack zu heiß und das Poliermittel kann sich festbrennen.»
Noch weniger ratsam ist der Einsatz der Bohrmaschine mit einem Polieraufsatz: Gerade an Kanten und Sicken kann es laut Anhalt leicht passieren, dass der Lack «durchpoliert» wird. Und dann ist statt etwas Pflege gleich eine neue Lackierung nötig.
[Quelle: http://www.auto-news24.de]
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